Posted by on Aug 9, 2017 in Allgemein | Keine Kommentare

Zu diesem Thema äußere ich mich diesmal in erster Linie als Pferde – Osteopathin, da mir in meiner alltäglichen Arbeit immer wieder Pferde mit Bewegungsmangel und „Futterüberschuss“ begegnen. Ich will damit sagen, manche Pferde sind einfach zu dick und leiden häufig unter Stoffwechselstörungen, mit diversen Begleiterscheinungen, wie diffusen Lahmheiten wiederkehrenden Koliken, Kotwasser, usw. Aufgrund dieser Symptome werden diese Pferde wiederum in Watte gepackt und nicht bewegt! Ein Kreislauf beginnt.
Immer mehr Pferde werden in Offenställen gehalten und das ist auch gut so. Doch die Flächen sind meist viel zu klein und es werden zu wenige Bewegungsanreize geschaffen. Viele Reiter und Pferdebesitzer unterliegen dem Irrglauben, ein Pferd im Offenstall braucht keine zusätzliche Bewegung. Deshalb leiden unsere Pferde mittlerweile an sogenannten “Wohlstands-krankheiten“. Beim Pferd äußern sich diese in Stoffwechselstörungen. Eine häufige Ursache, wie schon gesagt, sind die Haltungsbedingungen und die Fütterung. Vereinfacht gesagt – zu wenig Bewegung und zu viel Futter.
Die ersten Folgen falscher Haltung und Fütterung sind anfänglich zu dicke Pferde. Erste Anzeichen einer Störung kann man letztlich recht gut selbst feststellen. Wie zum Beispiel: frühzeitige Erschöpfungszustände, auch beigeringer Anstrengung, Blähungen, Durchfall oder Kotwasser.
Auch schuppige Haut oder verzögerter Fellwechsel kann eine Ursache für eine Stoffwechselstörung sein.
Durch die mangelnde Bewegung und das zu Nährstoffreiche Futter, wird der Organismus immer träger. Aus diesem Kreislauf muss man sein Pferd wieder heraus holen. Pferde sind Bewegungstiere. Daher brauchen auch Offenstallpferde zusätzlich tägliche Bewegung.
Natürlich sollte nicht jedes kranke Pferd einfach bewegt werden. Bevor man ein krankes Pferd bewegen will, sollte man sich immer von Fachmännern/frauen beraten lassen, welche Art der Bewegung förderlich ist und welche eher nicht. Sie können in der Regel eine genaue Diagnose des Krankheitsbildes feststellen und entsprechend ein angepasstes
Bewegungsprogramm entwickeln. Auch wenn ein Pferd durch eine Lahmheit zur Boxenruhe gezwungen wird, kann man mit gezielten Dehn- und Kräftigungsübungen einzelner Körperpartien, geschmeidig halten. Schritttraining geht
in der Regel fast immer und ist der wichtigste Bestandteil des
Bewegungstrainings. Der Schritt hat einen gleichmäßigen Viertakt, das Tempo ist ruhig und es gibt kaum Erschütterungen. Trotzdem wird der Organismus wieder angekurbelt. Es gibt vielfältige Möglichkeiten Pferde im Schritt zu arbeiten. Ein einfacher Spaziergang kann da schon Wunder wirken. Es muss nicht immer geritten werden. Es kann an der Longe oder
am langen Zügel gearbeitet werden. Das Pferd kann auch als Handpferd mitgenommen werden.
Im Winter wenn die Reitplätze gefroren sind oder es leicht regnet, besteht die Möglichkeit, im Wald schöne Spaziergänge mit dem Pferd zu unternehmen. Der Vorteil, die Pferde bekommen neue Reize von außen und die Natur kann gemeinsam mit dem Pferd genossen werden.
Für mich gibt es keine Ausrede sein Pferd nicht regelmäßig zu bewegen. Dies gilt sowohl für alte, als auch für kranke Pferde. Natürlich immer in Absprache mit dem/der Fachmann/frau.
Sind die Pferde erst mal wieder in Bewegung, werden sie in der Regel auch wesentlich schneller wieder gesund. Bewegen bedeutet hier nicht gleich arbeiten! Es ist wie bei uns Menschen, wir können die Rolltreppe oder den Fahrstuhl nutzen oder uns bewegen und die Treppe nehmen. Das heißt nicht, dass dieses Bewegen Sport ist oder diesen gar ersetzt. Also bitte nicht falsch interpretieren.
Dieser Text ist recht allgemein gehalten und trifft natürlich nicht auf jeden Stall- und Pferdebesitzer zu. Trotzdem finde ich dieses Thema wichtig, denn letztlich sind wir diejenigen, die es immer noch besser machen können! Ich schließe mich hier mit ein!
In diesem Sinne wünsche ich euch viel Freude mit euren Vierbeinern.

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