Posted by on Dez 18, 2015 in Allgemein | Keine Kommentare

Ich habe mich ja schon daran gewöhnt, dass ich belächelt werde, wie ich Pferde ausbilde – egal ob Jungpferde oder zur Korrektur. Ich bekomme teilweise mitleidige oder auch verständnislose Blicke, wenn ich im Longierzirkel die Pferde anfänglich in Stellung führe und ihnen dabei die Halsmuskulatur massiere. Dies mache ich bei einigen Pferden tatsächlich über einen längeren Zeitraum, je nachdem, wie schwer es dem jeweiligen Pferd fällt, sich auf einer Kreislinie im Schritt zu bewegen. Einige Pferde sind so sehr verspannt, vor allen in der Nackenpartie, dass sie einfach diese Zeit brauchen, bevor ich mit Equikinetic oder dem longieren beginnen kann. Manche Pferde behandle ich zusätzlich über Weichteiltechniken, um sie zusätzlich zu entspannen und alte Muster zu lösen.
Auch hier werde ich oft schräg angeschaut, weil ich eben nicht ewig putze, sondern die Pferde mit meinen Händen scheinbar säubere. (Die denken bestimmt ich besitze kein Putzzeug oder die jeweiligen Besitzer)! Wenn ich dann mit dem reiten beginne, setze ich mich meist nur für einen kurzen Moment auf den Pferderücken.
Später, wenn die Pferde durch das longieren gelernt haben, den Rücken aufzuwölben und sich zu tragen, heißt das noch lange nicht, dass sie auch einen Reiter tragen können. Vor allem nicht über einen längeren Zeitraum. Also reite ich in kurzen Sequenzen, am liebsten im Gelände geradeaus und steige dann auch gerne nach einigen Minuten wieder ab. Begegne ich anderen Reitern im Gelände und führe gerade ein Pferd, mit Sattel und Trense, dann kommt schnell die Frage, ob etwas passiert sei und ob man mir aufs Pferd helfen solle. (Lach) Die meisten glauben tatsächlich ich sei runter gefallen. Wenn ich dann antworte nein es ist alles o.k., beschleicht mich immer das Gefühl sie glauben mir nicht.
Aber meine Art der Ausbildung fruchtet, ich bekomme immer wieder von meinen Schülern zu hören, dass Außenstehende Ihnen sagen wie toll ihr Pferd sich muskulär verändert hätte und wie schön die Oberlinie geworden sei. Ganz zu schweigen von der Bewegung. Also werde ich weiterhin meine Pferde und die meiner Schüler durch den Longierzirkel „streicheln“ und sie durchs Gelände führen, damit sie ein langes gesundes Leben als Reitpferd genießen können.